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Urlaub und trotzdem entspannt bleiben, Autor: Pastoralreferent Thomas Glöckl, Katholisches Militärpfarramt Pöcking, aus: Kompass 07-08/2017

Bis jetzt lief es ganz gut. Nur noch 320 km bis zum Urlaubsort am Meer und dann das: „17 km Stau“, sagt der Verkehrsfunk. Die Kinder fragen, wann wir endlich da sein werden. Und überhaupt, wann kommt die nächste Toilette? Hinter uns fährt ein SUV ständig sehr eng auf. Der Fahrer spinnt wohl? Langsam geht die innere Ruhe verloren … Ein typischer erster Urlaubstag. Abends fällt man dann wie ein Stein müde ins Bett und träumt auch noch von brenzligen Situationen auf der Autobahn. Am liebsten würde ich mit der Familie wieder mal wegfliegen. Aber einerseits haben wir mit Flugverspätungen auch schon unsere Erfahrungen gemacht und andererseits ist das Fliegen eine enorme Umweltverschmutzung.

Egal, jetzt sind wir am Meer in unserer gemieteten Ferienwohnung. Schöner Blick von der Terrasse auf den Strand. Nur die südländischen Nachbarn nerven. Die sind mit zwei Hunden angereist und die bellen den ganzen Tag. Außerdem läuft bei denen ständig das Radio. Wie schön wäre es jetzt auf einer einsamen Insel! Keine anderen Menschen, keine Hunde und keine Radios. Vielleicht hat mich die lange Anreise zu sehr mitgenommen? Abends werden wir gut essen gehen, und wenn sich die Kinder am Strand ausgetobt haben und meine Frau die Kleiderläden durchgesehen hat, dann ist alles in Ordnung.

Urlaubserfahrungen, die vielleicht jeder kennt. Man will abschalten und sich erholen, aber das ist leichter gesagt als getan. Manchmal stellt sich sogar ein Gefühl der Wut ein, weil die innere Ruhe einfach nicht kommen will. Dann sind drei Dinge gefragt: Fantasie, Geduld und Humor.

Mit ein wenig Fantasie ist es nicht schwer auf andere Gedanken zu kommen: Schwimmen im Meer, eine kalte Dusche nach dem Sonnenbad, eine abendliche Fahrradtour mit der Familie oder einfach durch die Fußgängerzone des Urlaubsorts schlendern. Schon sind die Gedanken nicht mehr gefangen im Kreislauf der Unruhe, da kleine Aktivitäten oft große Wirkungen haben.
Geduld ist keine Kunst, sondern eine tägliche Übung. Ungeduldige Menschen wollen meistens alles – und zwar sofort! Sie nehmen sich zu wenig Zeit für die eigene Seele und den Geist. Anders ausgedrückt: Ein geduldiger Mensch nimmt sich Zeit, damit seine Seele nachkommen kann. Oft ist man zwar körperlich schon im Urlaub, aber der Geist und die Seele sind noch daheim mit der Arbeit des Alltags beschäftigt. Manchmal dauert es mehrere Tage, bis der Geist frei geworden ist und die Seele auch Urlaub machen kann.

Lachen ist wie Medizin. Es werden Glückshormone ausgeschüttet und der Blick auf die Welt hellt sich auf. Man könnte sich mit humorvollen Menschen umgeben. Im Urlaub findet man sicherlich welche.

Ich wünsche ihnen eine sichere Fahrt in den Urlaub und gute Erholung! Und wenn es so kommen sollte, wie oben beschrieben, dann lächeln sie einfach.

Pastoralreferent Thomas Glöckl,
Katholisches Militärpfarramt Pöcking

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