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Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck mit Soldaten

Lebenslauf

19. Juni 1964 - geboren in Marl

1983 - Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium Marl

1983 - Theologiestudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Borromäum

1984 – 1990 - Studium der Theologie und Philosophie in Rom, Germanicum/Gregoriana

10. Oktober 1989 - Priesterweihe in Rom durch Joseph Kardinal Ratzinger

1990 - Kaplan in Haltern, St. Sixtus

1994 - Freistellung zum Studium, Heimleiter im Deutschen Studentenheim in Münster, Ernennung zum Domvikar am St. Paulus-Dom in Münster

Februar 2000 - Promotion zum Dr. theol. an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

2000 - Ernennung zum Leiter des Instituts für Diakonat und pastorale Dienste im Bistum Münster, Rektor der Hauskapelle, Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat im Bistum Münster, weiterhin Heimleiter im Deutschen Studentenheim in Münster und Rektor der dortigen Hauskapelle

2002 - Zusätzliche Ernennung zum kirchlichen Assistenten für die Gemeinschaft Christlichen Lebens

18. Juli 2007 - Ernennung zum Titularbischof von Matara (Nordafrika) und Weihbischof in Münster

1. September 2007 - Bischofsweihe im St. Paulus-Dom in Münster

2007 - Ernennung zum Residierenden Domkapitular an der Hohen Domkirche in Münster, Regionalbischof der Region Münster-Warendorf

29. März 2008 - Wahl zum Diözesanadministrator des Bistums Münster

17. Mai 2008 - Aufnahme in den Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem

29. März 2009 - Ende der Amtszeit als Diözesanadministrator des Bistums Münster

28. Oktober 2009 - Ernennung zum Bischof von Essen

20. Dezember 2009 - Einführung als Bischof von Essen

2010 - Berufung zum Kirchlichen Assistenten der Päpstlichen Stiftung Centesimus Annus Pro Pontifice (CAPP)

2010 - Ernennung zum Vorsitzenden der Unterkommission für Kontakte mit Lateinamerika (insbes. ADVENIAT)

4. Oktober 2010 - Berufung durch Papst Benedikt XVI. in die Päpstliche Kommission für Lateinamerika

24. Februar 2011 - Berufung durch Papst Benedikt XVI. zum Katholischen Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr

06. Mai 2011 - Einführung zum Katholischen Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr in der Sankt-Johannes-Basilika Berlin

15. Juni 2013 - Mitglied Souveräner Malteserorden

März 2014 - Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz

März 2014 - Ernennung durch Papst Franziskus zum Mitglied des Päpstlichen Rates für die Kultur

Weitere Informationen zu Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck finden Sie auf den Seiten des Bistum Essen. weiter

Wappen des Militärbischofs

Das Wappen des Bischofs von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck

Das Wappen des Bischofs von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck

Der gevierte spätgotische Halbrundschild zeigt in den roten Feldern links oben und rechts unten zwei gekreuzte, mit goldenen Griffen versehene silberne Schwerter, darüber schwebend einen sechsstrahligen goldenen Stern.
Dabei handelt es sich um das Wappen des Bistums Essen. Die beiden Schwerter beziehen sich auf die Märtyrer Cosmas und Damian, welche die Patrone des Stifts und der Stadt Essen sind. Daher führt auch die Stadt Essen ein goldenes Schwert in ihrem Doppelwappen. Der goldene Stern bezieht sich auf die Muttergottes, die ebenfalls Patronin des Stifts Essen war. Sie hatte Papst Johannes XXIII. 1959 zur Patronin des Bistums Essen erhoben.

In den silbernen Feldern rechts oben und links unten findet sich ein erniedrigter blauer Wellenbalken, welcher von einem grünen bewurzelten Laubbaum überdeckt ist.
Es ist dieses das persönliche Wappenbild des neuen Bischofs, das sich „redend“ auf den niederdeutschen Familiennamen Overbeck bezieht und der „über dem Bach“ bedeutet. Dabei steht der Wellenbalken für den Namensbestandteil „Bach“. Baum und Bach sind darüber hinaus eine Anspielung auf das Alte Testament, wo es in Psalm 1 über den Frommen heißt: „Wohl dem Mann, der Freude hat an der Weisung des Herrn … Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist“.

Hinter dem Schild befindet sich in der Mitte eine Mitra, links davon ein goldenes Vortragekreuz sowie rechts eine goldene Bischofskrümme. Darüber schwebt der für Bischöfe übliche grüne Prälatenhut mit den insgesamt 12 grünen Quasten, von denen jeweils sechs (1, 2, 3)  rechts und links an einer verschlungenen Schnüre herabhängend den Schild einrahmen. Das unterhalb des Schildes befindliche Band enthält den Wahlspruch des Bischofs:  MAGNIFICAT  ANIMA  MEA  DOMINVM (Meine Seele preist die Größe des Herrn).

Kirche des Militärbischofs

Die St. Johannes-Basilika in Berlin, Kirche des Katholischen Militärbischofs

Die St. Johannes-Basilika in Berlin, Kirche des Katholischen Militärbischofs

Überlassung der St. Johannes-Basilika durch den Erzbischof von Berlin zur Nutzung als Kirche des Militärbischofs am Sitz seiner Kurie am 1. Februar 2005

Die St. Johannes-Basilika hat zeit ihres Bestehens im Bewusstsein der Berliner Katholiken einen festen Platz. Sie erwies sich inmitten aller Wandlungen der politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Verhältnisse immer wieder als ein Gotteshaus "für besondere Anlässe und Aufgaben".

Um für die katholische Militärseelsorge einen angemessenen großen Gottesdienstraum bereitzustellen, wurde die dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kirche als Garnisonskirche errichtet und 1897 durch den Feldpropst Bischof Johann Baptist Assmann konsekriert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war daher die Soldatenseelsorge in Berlin eng mit dem Namen dieser Kirche verbunden.

Wegen ihrer Größe wurde sie - insbesondere nach der Zerstörung der St. Hedwigs-Kathedrale und während der Zeit der Teilung Berlins - für herausragende Gottesdienste und kirchliche Großveranstaltungen genutzt. So ist es bis in die jüngste Zeit hinein Brauch geblieben, die Eucharistiefeier zum Abschluss des jährlichen Bußgangs der Berliner Katholiken in der St. Johannes-Basilika zu feiern. Freilich sammelte sich an dieser Kirche von jeher – auch in den Jahren, als sie Soldatenkirche war  – eine Gemeinde von katholischen `Zivilisten´. Inzwischen haben hier auch verschiedene katholische Gemeinden nicht deutscher Sprache - beispielsweise die der Polen und Kroaten - Heimat gefunden.

Nun wird die Nachbarschaft zur neuen Nuntiatur und die Nutzung durch den Päpstlichen Nuntius einen weiteren Akzent in der Geschichte dieses Gotteshauses setzen. Für die heutigen Berliner ist die Präsenz einer Apostolischen Nuntiatur noch neu. Aus der Umgebung des Standortes kamen Widerstände und Bedenken, ob an der Hasenheide eine diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls ihren Platz habe. Hinter mancher Kritik steht wohl auch die Vorstellung, Religion und Kirche gehören ins Private und nicht in die Öffentlichkeit. Genau dem widersprechen Konzeption und Existenz der St. Johannes-Basilika. Denn ihre bauliche Größe und künstlerische Aussagekraft, ihre Geschichte und städtebauliche Platzierung machen deutlich: Mitten in der Stadt hat die Kirche eine öffentliche Aufgabe, das Heil Gottes anzusagen und die Belange aller Menschen im Sinne Jesu Christi zu vertreten. Die Überlassung gerade dieser Pfarrkirche ist für die Militärseelsorge so bedeutsam, weil sie seit 1893 für die katholische Militärgemeinde errichtet und 1897 als Garnisonskirche eingeweiht worden ist. Bis 1945 blieb sie Garnisonskirche bzw. Heeres-Basilika und wurde erst nach dem 2. Weltkrieg Pfarrkirche. Obwohl es keine institutionelle Kontinuität zwischen den Militärseelsorgen der preußischen Feldpropstei, der Wehrmachtsseelsorge und der heutigen Militärseesorge für die Bundeswehr gibt, ist doch das grundlegende Anliegen der seelsorgerlichen Begleitung von Soldatinnen und Soldaten, die sich im Kern in der Form der Feier der heiligen Eucharistie darstellt, zu allen Zeiten gleich gewesen. So wird jetzt die St. Johannes-Basilika wieder in ihrer ursprünglichen Zweckgebundenheit genutzt.

Quelle: Die St. Johannes-Basilika, Ehemalige Garnisonskirche in Berlin, Morus Verlag, Berlin 2001

Auftrag des Militärbischofs

Der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr hat die verantwortliche kirchliche Leitung der katholischen Militärseelsorge. Er steht in keinem Dienstverhältnis zum Staat, sondern wird von der Kirche im Einvernehmen mit dem Staat ernannt.

Der Militärbischof steht dem Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr (Militärordinariat) vor. Seine Kurie befindet sich am Sitz der Bundesregierung. Er ist bestellt, um die Seelsorge unter den zur Bundeswehr gehörenden katholischen Soldaten und Soldatinnen, Zivilisten und katholischen Familienmitgliedern zu ordnen, zu leiten und wirksam zu gestalten.

Zu den Aufgaben des Militärbischofs gehört die Beratung in allen Fragen der Militärseelsorge von grundsätzlicher Bedeutung, der Erlass kirchlicher Vorschriften und Richtlinien, die Einführung der Militärgeistlichen in ihr kirchliches Amt einschließlich ihrer Weiterbildung und die Förderung der seelsorgerischen Zusammenarbeit mit kirchlichen Stellen des zivilen Bereiches sowie mit der Militärseelsorge anderer Stellen.




Ausgewählte Predigten, Interviews, Vorträge


Frieden wächst und lebt von Vertrauen

© Christina Lux

Predigt zur 59. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes

"Die Erneuerung der Tradition meint dabei sowohl die Beachtung des Gewesenen als auch die Einsicht in das, was vollkommen berechtigt nicht mehr in die Wirklichkeit integriert werden kann, weil es den Erkenntnissen, Wertmaßstäben und Zielperspektiven der neuen Zeit nicht mehr entspricht.

Wichtig bleibt aber die Achtung vor den wert zu schätzenden Leistungen, die sich in der Tradition sammeln und in Symbolen, Bildern, Riten und Ritualen, Formen von Vergemeinschaftung und weiteren symbolischen Wirklichkeiten ausdrücken. Echte Tradition scheut sich gerade darum nie vor einem Reinigungsprozess, damit das Vertrauen in den Gewinn der Erfahrungen und der Wissenszuwächse aus der Vergangenheit gestärkt wird und zugleich kritisch der Gegenwart gegenübersteht."

Predigt als PDF (5 Seiten, 55 kB)



Rüstungswettlauf sichert keinen Frieden

© KS / Jörg Volpers

Predigt im Gottesdienst zum Weltfriedenstag in Trier

Im Rahmen der Heilig Rock-Tage in Trier feierten Soldatinnen und Soldaten aus dem Militärdekanat Köln am 03.05.2017 einen Friedensgottesdienst im Dom zu Trier. Mit dabei war auch der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann.

Predigt als PDF (4 Seiten, 282 kB)



„Worüber es sich in Kirche und Gesellschaft zu streiten lohnt“

© KS / Doreen Bierdel

Vortrag am „Tag der Besinnung“

Gegenüber Generalen und Admiralen referierte Militärbischof Overbeck am 08.04.2017 über Deutungen für aktuelle gesellschaftliche und politische Probleme.

Vortrag als PDF (7 Seiten, 280 kB)



Advents- und Weihnachtsgruß 2016

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Soldatinnen und Soldaten!


„Adventus Domini“ – Zeit der Ankunft des Herrn. In dieser Zeit stehen wir gerade. Sie umschreibt für uns Christen einen jahreszeitlichen Abschnitt, in dem wir uns vorbereiten auf das Fest der Geburt Jesu. An den vier Sonntagen des Advents erinnern vier Kerzen auf den Adventskränzen an die Gelegenheit, besinnlich und nachdenklich zu werden, sich zu öffnen für Gott. Allerdings – wir sehen es zur Genüge auf den zahlreichen Advents- und Weihnachtsmärkten in unseren Städten –, bleibt auch diese Zeit vor einer radikalen Kommerzialisierung nicht verschont. Diesen Wirklichkeiten stellen wir uns, mühen uns aber dennoch immer wieder neu um eine bewusste Gestaltung dieser besonderen Zeit! Viele Menschen jedoch erleben diese Wochen, wie wir wissen, unter schrecklichen Umständen.

Weiter lesen

© KS / Barbara Dreiling

© KS / Barbara Dreiling

„Syrien – (k)ein Advent“: Das Thema der Dezember-Ausgabe dieser Zeitschrift weist unumwunden darauf hin. Was erhoffen sich Menschen in Syrien – und wahrscheinlich auch noch an vielen weiteren Orten in der Welt, an denen Krieg, Leid und Zerstörung die bestimmende Lebenswirklichkeit sind –, wenn sie Christen sind, von dieser Zeit, die wir als Advent bezeichnen? Mit Sicherheit nichts sehnlicher als das Ende jeder Form von Gewalt, Leid und Zerstörung. In Syrien wütet seit 2011 ein Bürgerkrieg, der in seiner Grausamkeit ein Maß angenommen hat, welches weit jenseits von allem sittlich und moralisch Erlaubten liegt. Schon lange Zeit ist die Zivilbevölkerung direktes Ziel von Kriegshandlungen. Schulen, Krankenhäuser und andere wichtige Einrichtungen für die Zivilbevölkerung werden direkt unter Beschuss genommen.

Dieses und weitere Kriegsverbrechen sind in keiner Weise zu rechtfertigen. Politisch und militärisch ist immer noch kein Friedensabschluss in Sicht. Friedensethisch und völkerrechtlich ist zu sagen: Wir brauchen verstärkte Anstrengungen, die das Ziel verfolgen, die Gewalt zu beenden und die Kriegsverbrecher dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zuzuführen. Auch das gehört zum Advent 2016. Die Hoffnung auf Frieden darf nicht sterben. Dafür sollen alle Menschen beten und sich einsetzen. Denn der Normalfall des Lebens ist der Friede, nicht der Krieg. Weiteres liegt mir am Herzen: Am 26. Dezember begehen die Katholiken in Deutschland den „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“, der seit 2012 jedes Jahr am zweiten Weihnachtstag stattfindet. Der Festtag des heiligen Stephanus ist zum jährlich wiederkehrenden Gebetstag geworden. Im vergangenen Jahr haben wir die Situation und die Lage der Christen in Syrien zum Anlass genommen, besonders für sie zu beten. In diesem Jahr werden wir die Lage der Christen in den Ländern der Arabischen Halbinsel in den Blick nehmen. Ich bin sehr froh, wenn auch Sie sich an diesem Tag im Gebet mit den verfolgten und bedrängten Christen verbinden.

Liebe Soldatinnen und Soldaten, Ihnen sage ich an dieser Stelle meinen Dank für Ihren Dienst, den Sie oftmals in Grenzsituationen leisten und der uns allen sowie dem Frieden dient. Zugleich wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen und allen Menschen, die Ihnen nahestehen, eine besinnliche Adventszeit und gesegnete Weihnachtstage.


+ Dr. Franz-Josef Overbeck
Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr



Overbeck gegen Kampfbegriff "Politischer Islam"

© Herder Korrespondenz

© Herder Korrespondenz

Festveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der Fachzeitschrift "Herder Korrespondenz"

Der Essener katholische Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich gegen eine plakative Verwendung des Begriffs "Politischer Islam" gewandt. Es handele sich um ein "auf Populismus zielendes  Sprachspiel", kritisierte Overbeck am Mittwoch in der Berliner Katholischen Akademie. (KNA)

Rede als Download (PDF, 7 Seiten, 115 kB)



Unbedingter Schutz der Religionsfreiheit

Pontifikalvesper während der Gesamtkonferenz © KS / Halina Wegrzynowicz

Pontifikalvesper während der Gesamtkonferenz © KS / Halina Wegrzynowicz


Predigt während der Vesper bei der 61. Gesamtkonferenz

Paderborn, 17.10.2016. Im Rahmen eines Vespergottesdienstes erinnerte Militärbischof Overbeck an die Verheißung „Europa!“, die viele Menschen nach der Wiedervereinigung Deutschlands beflügelte. Angesichts neuer Kriege und Konflikte sei es weiterhin der Auftrag der Christen, den „Atem von Frieden und Versöhnung“ zu erneuern und weltweit für den Schutz der Religionsfreiheit einzutreten.

Predigt als PDF (6 Seiten, 233 kB)



"Es geht um den Frieden"

Festgottesdienst in St. Gereon © Christina Lux

Festgottesdienst in St. Gereon © Christina Lux


Predigt aus Anlass des 60. Jahrestages des ersten katholischen Standortgottesdienstes

Köln, 06.10.2016. In Erinnerung an den ersten Soldaten-Gottesdienst mit Josef Kardinal Frings am 10. Oktober 1956 in der teilweise kriegszerstörten St. Gereon-Kirche, feierte der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr einen feierlichen Gottesdienst mit 200 Gästen aus Bundeswehr und Militärseelsorge.

Predigt als PDF (7 Seiten, 59 kB)




Wort des Bischofs 2016

© KS / Doreen Bierdel

Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat die Christen in der Katholischen Militärseelsorge dazu aufgerufen, die Lebenssituation der Bundeswehr-Angehörigen stärker in den Blick zu nehmen. Militärseelsorge finde im offenen Raum „der Freiheit der religiösen wie weltanschaulichen Bekenntnisse“ statt. Sie erstrecke sich auf „alle Lebenssituationen der Soldatinnen und Soldaten, deren Familien und der Menschen, mit denen sie leben“, sagte Overbeck.

Wort des Bischofs als Download (PDF, 12 Seiten, 543 KB)




Predigt aus Anlass der Woche der Begegnung 2016

Bensberg, 13.09.2016. Der Militärbischof ging auf die verschiedenen religiösen Prägungen der Bundeswehrsoldaten bis hin zu muslimischen Soldatinnen und Soldaten ein, die ebenfalls einen Anspruch auf Seelsorge haben. Wenn es in Zukunft muslimische Militärseelsorger geben sollte, müssen diese genauso wie katholische und evangelische Militärgeistliche Lebenskundlichen Unterricht und Lebenskundliche Seminare anbieten, sagte Overbeck. 

Predigt des Bischofs als Download (PDF, 7 Seiten, 246 kB)




Predigt beim Feldgottesdienst anlässlich des 100. Deutschen Katholikentages

© KS / Halina Kluge

27.05.2016, Leipzig. Unter dem Leitwort „Der Friede, Geschenk Gottes, dem Menschen anvertraut“ feierte Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck mit Soldatinnen und Soldaten einen Feldgottesdienst in der General-Olbricht-Kaserne. Der Feldgottesdienst fand im Rahmen des 100. Deutschen Katholikentages in Leipzig statt. 

Predigt des Bischofs als PDF (5 Seiten, 228 kB)




Overbeck: Globalisierung der Verantwortung notwendig

© Christina Lux

© Christina Lux

Lourdes, 21.05.2016. Mit der weltweiten Ausbreitung der Konfliktherde müsse auch die weltweite Solidarität wachsen, mahnte Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck bei der 58. Internationalen Soldatenwallfahrt im französischen Wallfahrtsort Lourdes. Die Welt brauche „eine Globalisierung der Verantwortung, die über Ländergrenzen hinweg geht“, sagte er vor hunderten Bundeswehr-Soldaten beim Gottesdienst im deutschen Zeltlager. (bd)

Predigt des Katholischen Militärbischofs (PDF, 6 Seiten, 243 kB)



Overbeck: Rechtspopulismus Botschaften des Christentums entgegensetzen

Der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Dr. Franz-Josef Overbeck, und Pfarrerin Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann im Gespräch mit
BILD am SONNTAG. Interview in der Ausgabe vom 15. Mai 2016.

Interview mit "BILD am SONNTAG"

© Christina Lux

© Christina Lux

BILD am SONNTAG: Herr Bischof, wir feiern heute an Pfingsten die Gründung der Kirche und ihre Botschaften. Jesus hat gepredigt "Liebet eure Feinde". Müssen wir Terroristen mit Liebe begegnen?

FRANZ-JOSEF OVERBECK: Jedem Menschen sollte man mit Liebe begegnen, so heißt es im Evangelium.

Frau Käßmann, Sie haben für eben diese Aussage in einem BamS-Interview, dass die Feindesliebe auch für Terroristen gilt, einen Shitstorm abbekommen. Hat Sie das schockiert?

MARGOT KÄßMANN:
Ja. Was mich besonders an den Reaktionen bewegt: Jesus und seine Aussagen sind nach 2000 Jahren immer noch anstößig. Ich bleibe aber dabei: Wir müssen auch den Terroristen mit Beten und Liebe begegnen. Das kann aber natürlich keinem Opfer abverlangt werden.

Haben Menschen, die skrupellos andere abschlachten, nicht jedes Recht auf menschliche Behandlung verspielt?

Overbeck: Auch Terroristen haben eine von Gott gegebene Würde. Christen müssen unterscheiden: Liebe den Sünder, hasse die Sünde.
Käßmann: Auch mich schockiert die irrsinnige Gewalt von Terroristen, mit der sie Menschen verachten. Aber dennoch sind auch sie Gottes Ebenbild, wenn auch in einer verzerrten Version. Wenn wir mit Hass reagieren, freut das die Terroristen. Denn eine Gesellschaft voller Hass verliert ihre Menschlichkeit.
Aber wie soll das anders gehen? Wer einem ISIS-Terroristen die andere Wange hinhält, ist schnell einen Kopf kürzer.
Overbeck: Gottes- und Nächstenliebe ist in diesem Fall eine extreme Provokation. Was aber gilt: Wenn es um das eigene Leben geht, hat jeder das Recht, es zu verteidigen. Auch wo man andere schützen kann, hat man die Pflicht, etwas zu tun.

War es richtig, Osama bin Laden umzubringen?

Käßmann: Ich hätte viel größeren Respekt gehabt, wenn er vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gebracht worden wäre. Dort hätte er sich verantworten müssen.
Overbeck: Vor Gericht hätte man auch die Logik des Bösen noch viel deutlicher machen können.

Frau Käßmann hat einmal gesagt: "Nichts ist gut in Afghanistan. Herr Bischof, war der Einsatz ein Fehler?

Overbeck: Man muss den Einsatz vor dem Hintergrund der extremen Situation in den USA nach dem 11. September sehen. Es gilt nach wie vor, dass Afghanistan befriedet werden muss. Und wenn Investitionen in Bildung, Armutsbekämpfung und Diplomatie ausgeschöpft sind, dann gibt es unter bestimmten Bedingungen als ultima ratio auch das letzte Mittel: ein Militäreinsatz, der weitere Gräuel verhindert.
Käßmann: Ich würde mir wünschen, dass Deutschland dafür bekannt würde, Konflikte nicht-militärisch zu lösen. Die Geschichte Deutschlands hat uns gelehrt: Krieg, den wir nach außen tragen, bringt ganz entsetzliches Leid über andere. Und auch über uns selbst.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat in dieser Woche angekündigt, die Bundeswehr aufzustocken. Ist das der richtige Schritt?

Overbeck: Diese sogenannte Vergrößerung nach einer jahrzehntelangen Verkleinerung der Bundeswehr ist nachvollziehbar, wenn man sich die Komplexität der Krisenherde weltweit vor Augen führt. Und die Bundeswehr muss dafür im Rahmen ihrer Bündnisaufgaben handlungsfähig bleiben.
Käßmann: 7000 Soldaten mehr ändern nichts. Es geht um friedenspolitische Konzepte, um die grundsätzliche Hoffnung, für die wir Pazifisten oft verlacht werden: eine Welt, in der wir Armeen nicht mehr benötigen.
Overbeck: Als gläubiger Mensch hoffe ich sehr auf diese Form von Frieden. Aufgrund meiner Erfahrungen und der Geschichte weiß ich aber, dass das unrealistisch ist. Die vielen Konflikte auf der Welt beweisen es leider jeden Tag, dass es gute Gründe gibt, auf die Bundeswehr nicht zu verzichten.

Frau Käßmann, Sie bevorzugen eher den Weg von Costa Rica – ein Land ohne Armee?


Käßmann: Costa Rica ist gewiss nicht der Himmel auf Erden. Aber an der Utopie halte ich fest und finde beachtlich, dass ein Staat sich per Verfassung von der Idee einer eigenen Armee trennt. Wir brauchen eine andere Vision, die des friedlichen Zusammenlebens ohne Militär. Dazu gehört auch, auf Waffenexporte zu verzichten. Es gibt schon genügend Waffen in der Welt.
Sind Waffenexporte mit dem christlichen Glauben vereinbar?
Overbeck: Es gibt zwei Aspekte. Der erste ist ein ethischer, der uns deutlich macht, dass wir in einer Dilemma-Situation stecken: einerseits ist Gewaltanwendung immer ein Übel; andererseits ist es unter bestimmten Bedingungen notwendig, durch Waffen die Gewaltanwendung anderer zu verhindern. Der zweite ist ein wirtschaftlich-sozialer: es gibt große Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen. Für die Menschen, die dort arbeiten, geht es um ihre Existenz .

Eine andere Streitfrage: Gehört der Islam zu Deutschland?

Overbeck: Muslime gehören zu Deutschland, wie Christen. Wir müssen lernen, dass religiöse Identitäten nicht mehr an Landesgrenzen Halt machen und wir stärker als zuvor mit Menschen anderer Religion oder aber auch ohne Glauben zusammenleben.
Käßmann: Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem alle ihre Religion oder ihren Nicht-Glauben frei leben können. Aber natürlich muss sich jeder Mensch unter das Grundgesetz stellen. Insofern gehört nur der Islam zu Deutschland, der mit der Demokratie vereinbar ist, und die Muslime, die gern so hier leben. Umgekehrt tut es mir leid, wie viele Muslime aber auch Juden wieder das Gefühl haben, ausgegrenzt zu werden. Darunter sind auch viele, die in diesem Land geboren sind. Momentan wird oft der Fehler gemacht, alle Muslime hier mit Islamisten gleichzusetzen. Wir müssen lernen, multireligiös zu leben. Und das ist nicht naives Multi-Kulti, sondern eine Herausforderung.

Wir erleben einen Aufstieg des Rechtspopulismus, der eine Abschottung gegenüber den Flüchtlingen fordert. Ist das ein Verstoß gegen das Gebot der christlichen Nächstenliebe?


Overbeck: Papst Franziskus hat ganz klar gesagt: Wir sollen die Flüchtlinge annehmen. Das ist die Realisierung unserer Gottesliebe als Nächstenliebe. Wir müssen dem Bedürfnis nach Vereinfachung, das im Rechtspopulismus steckt, die einfachen Botschaften des Christentums entgegensetzen.
Käßmann: Die Haltung der Kirchen ist da sehr klar. Menschen auszugrenzen, die Balkanroute zu schließen – das hat mit christlicher Nächstenliebe nichts zu tun.

Gilt das auch für die Forderung nach einer Obergrenze?


Overbeck: Es ist meiner Meinung nach nicht mit dem Christentum vereinbar, Menschen in Not abzuweisen. Man muss den Missbrauch dieser Gastfreundschaft verhindern, aber auch klarmachen: Wir helfen den Menschen in Not. Dafür gibt es keine Obergrenze.

Herr Overbeck, Sie haben in einer Predigt gesagt „So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, so werden auch wir es tun müssen“.


Overbeck: Ein Werbemanager hat zu mir gesagt: „Mit diesem Satz würden Sie jede Wahl verlieren, weil kein Mensch eine Änderung will.“ Aber ich will ja auch nicht eine Wahl gewinnen, sondern die Botschaft des Evangeliums verkünden. Wenn viele Menschen zu einem kommen, dann verändert das nicht nur sie, sondern auch uns. Es kann auch helfen, viele neue positive Ressourcen zu entdecken.
Käßmann: Viele schwärmen von der Gastfreundschaft, die sie in ihrem Urlaub in der Türkei und in Marokko erlebt haben. Aber wenn dann Menschen zu uns kommen, haben sie plötzlich Angst. Da hilft nur die direkte Begegnung, und dabei können die Kirchen sehr hilfreich sein.

Herr Bischof, Sie sind kritisiert worden, weil Sie einen Phaeton als Dienstfahrzeug haben. Frau Käßmann, Ihnen wird immer noch Ihre jahrzehntelang zurückliegende Alkoholfahrt vorgeworfen. Ist man in kirchlichen Spitzenämtern übertrieben hohen moralischen Ansprüchen ausgesetzt?


Overbeck: Nein. Aber ich fahre den Phaeton ja nicht, um zu zeigen, dass ich das kann, sondern weil ich viel Zeit im Auto verbringe. Aber besser, die Menschen erwarten etwas von uns, als wenn sie es nicht tun würden.
Käßmann: Ich habe damals wegen meiner eigenen Ansprüche die Konsequenz gezogen. Nicht wegen der Ansprüche anderer.

© BILD am SONNTAG



Ostergruß

In seinem Ostergruß wendet sich der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck gegen Untergangsstimmung und Angst. Für Christen jedoch habe nach Jesu Tod und Auferstehung alle Angst ein Ende, so Bischof Overbeck. "Feiern Sie das Leben in Zeiten, in denen viele meinen, es gäbe es nicht", ist der Aufruf des Militärbischofs an alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.




Militärbischof besucht Soldaten bei UNIFIL

Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat Anfang Januar die deutschen Soldatinnen und Soldaten beim 31. DEU EinsKtgt UNIFIL in Zypern und beim HQ UNFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) besucht. Er nutze zusammen mit dem katholischen Militärpfarrer Martin Tilles die Gelegenheit, um sich im Gespräch mit dem derzeitigen Kontigentführer (CTG), Fregattenkapitän Lars Johst, ein Bild über die derzeitige Situation in Zypern zu verschaffen.




Vortrag: „Technik alleine bringt keinen Frieden.“

Fulda, 10.11.2015 Der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat zu Vorsicht mit den neuen technologischen Möglichkeiten von Waffen gemahnt. „Wir dürfen uns nicht an neue, heute noch weitgehend unakzeptabel erscheinende Gewaltmechanismen gewöhnen“, sagte er anlässlich des 15. Seminars der Gemeinschaft Katholischer Soldaten „Akademie Oberst Helmut Korn“.

Ferngesteuerte Waffensysteme wie beispielsweise Drohnen könnten zwar an bestimmten Stellen den Schutz von Menschen in bewaffneten Auseinandersetzungen verbessern. Ihre Nutzung führe aber gleichzeitig zu unabsehbaren Konseqenzen. Auch bei der Verantwortlichkeit für die Folgen der Nutzung solcher Waffen sieht der Katholische Militärbischof Defizite: „Dürfen wir überhaupt Maschinen in Gang setzen, die Vorgänge auf den Weg bringen, ohne dass wir überhaupt noch klar sagen könnten, wem wir diese Vorgänge zurechnen sollen  -z. B. bei Haftungsüberlegungen, aber insbesondere in moralischer Hinsicht selbst?“

Mit Technik alleine könne kein Frieden erreicht werden, der dem Menschen gemäß sei, sagte der Militärbischof. Er mahnte die Soldatinnen und Soldaten, selbst Zeugnis für den Frieden zu sein: „Dieser Einsatz bedeutet dann aber auch, dass Sie mit Ihrem Beispiel und Ihrem Vorbild überzeugen müssen. Daher können sich Soldatinnen und Soldaten nicht einfach durch Flucht in Fernbedienung und autonome Waffentechniken entziehen, sondern müssen sich vor Ort präsent zeigen.“

Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten ist ein Laienverband im Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr. Die Mitglieder sind in den Bereichen Sicherheit, Frieden, Gerechtigkeit und Innere Führung engagiert. Der Verband möchte sittlich-religiöse Orientierung für den Soldatenberuf geben und die Auseinandersetzung mit sicherheits- und verteidigungspolitischen Themen auf dem Hintergrund christlicher Werte fördern. (bd)

Predigt des Bischofs anlässlich des 15. Seminars der GKS-Akademie "Oberst Helmut Korn" (PDF, 6 Seiten, 50 KB)




Predigt: "Verzweckung von Religion für Gewalt überwinden"

Berlin, 20.10.2015. Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat die Christen zu einem nachhaltigen Friedensengagement in religiös motivierten Konflikten aufgerufen. Die Überzeugung von der unbedingten Menschenwürde dränge Christen „auf die Karte des Friedens und der Gewaltlosigkeit zu setzen“, sagte Overbeck in seiner Predigt vor katholischen Militärgeistlichen und Pastoralreferenten in Berlin.

Predigt des Bischofs als Download (PDF, 4 Seiten, 230 KB)




Wort des Bischofs 2015

© KS / Halina Kluge

Wie dient die Bundeswehr dem Frieden? Erfahrungen im Umgang mit Gewalt und die Bedeutung der Religion sind Schwerpunkte des Wortes des Bischofs 2015.

Wort des Bischofs" als Download (PDF, 12 Seiten, 556 KB)




MOVO-Interview: "MÄNNER WOLLEN KEINEN STUHLKREIS"

10.09.2015. Der katholische Militärbischof Dr. Franz Josef Overbeck begleitet Männer inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen. MOVO-Redakteur Rüdiger Jope sprach mit ihm über Pazifismus, Verletzungen und den männlichen Glauben.

Gesamtes Interview

Papst Franziskus verurteilte Christen, die in die Waffenindustrie investieren, als Heuchler. Unterstützen Sie mit Ihrem Militärbischofsein nicht diese Sparte?

Die Seelsorge ist für alle Menschen da. Sie stellt sich auch uneingeschränkt zu den Soldatinnen und Soldaten. Sie will ihnen in dem Friedensdienst beistehen, den sie für diese Welt leisten. Ja, es gibt auch eine überbordende Waffenproduktion, die eine Einladung zu noch mehr Gewalt, Tötung und Korruption ist. Von daher begrüße ich die Kritik des Papstes.

Das einfache Block- und Konfliktdenken des „Kalten Krieges“ wurde in den letzten Jahren von komplizierten und vielschichtigen Auseinandersetzungen überholt. Auch die Bundeswehr ist beteiligt im Kongo, in Afghanistan, im Kosovo. Muss Kirche da nicht grundsätzlich auf der Seite der Pazifisten stehen?

Kirche muss an der Seite aller Menschen stehen. Sie ist gefordert, dies mit einem gesunden Realismus zu tun. Man kann an der Geschichte sehen, dass der vor fünfundzwanzig Jahren mit dem Mauerfall geträumte Traum von einer friedlicheren Welt geplatzt ist. Spätestens die Ereignisse auf der Krim und der Vormarsch des IS im Irak und in Syrien führen vor Augen: Mit dem Slogan „Frieden schaffen ohne Waffen“ allein ist keine Politik zu machen.

Schafft man Gerechtigkeit und Frieden mit der Maxime „Gewalt gegen Gewalt“? Lehrt nicht gerade der Irak- und Afghanistankrieg, dass sich dadurch unkontrollierbare Dominoeffekte in Gang setzen?

Das Böse ist ein unbestreitbares Faktum in dieser Welt. Wir leben in einer Welt, die nicht frei von Sünde ist. Von daher müssen wir uns damit arrangieren, dass Gewalt, Streit, Aggression und Hass zum Menschsein dazugehören. Das sollte uns aber nicht hindern, Menschen und Initiativen in ihrer Friedfertigkeit, in ihrem Willen zum Frieden zu unterstützen. Zu einem gesunden Realismus und zur Schadensbegrenzung gehört es aber auch, dass sich Gewalt vielfach nur durch die Androhung von Gewalt verhindern lässt. Dabei bleibt eines klar: Gewalt ist immer ein Übel.

Was sind ihre ureigentlichen Aufgaben als katholischer Militärbischof?

Meine originäre Aufgabe als Militärbischof ist es, den Katholiken in der Deutschen Bundeswehr die Seelsorge, das Glaubenswissen und die Sakramente der Kirche zugänglich zu machen.

Mit welchen Anliegen wenden sich Soldaten an Sie?

Mit ganz normalen Fragen, die auch jedem anderen Seelsorger gestellt werden. Große Themen, die die Soldaten beschäftigen, sind natürlich die Fragen nach Gewaltanwendung, Gewalterfahrung und nach Kriterien für die Gewissensbildung, um eine belastungsfähige Grundlage für eigene Entscheidungen zu haben.

Sie begleiten unter anderem auch Soldaten, die aus den Krisengebieten zurückkehren. Was macht deren Heimkehr so schwierig?

Die meisten Soldaten gehen sehr professionell mit ihrem Beruf um. Viele kommen aus Einsätzen wieder und knüpfen nahtlos an ihrem Alltag an wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Doch wir erleben auch Menschen, die mit einer „posttraumatischen Belastungsstörung“ zurückkehren, oder die plötzlich Mühe haben, sich hier wieder sozial einzuleben, denen es nach den vielen Monaten im Ausland schwerfällt, in Partnerschaften, Ehen und Freundeskreisen sprichwörtlich einen Fuß auf den Boden zu bekommen.

Was tut die Kirche in diesen Krisen?

Die Militärseelsorger nehmen Anteil an den Sorgen, Nöten und Konflikten der Soldaten. Sie hören zu, trösten und bieten Orientierung in Lebens- und Glaubensfragen – gerade angesichts der extremen Erfahrung von Verwundung, Sterben und Tod.

Ist Krieg nach Ihrer Einschätzung vor allem ein männliches Phänomen?

Ja! Das fängt mit dem ersten in der Bibel geschilderten Konflikt an und setzt sich in den Krisenherden dieser Welt fort. Gewalt ist zuallererst ein männliches Problem.

Sie haben einmal gesagt: „Krieg verändert die Seele“. Was wollten Sie damit ausdrücken?

Krieg verändert die Seele eines Menschen, weil das Gewaltpotenzial das eigene Innere zerreißen kann. Die Soldaten sind in die Spannung gestellt, entweder Gewalt anzuwenden oder Gewalt zu erleiden. Wenn die Selbstverteidigung als Ultima Ratio nötig wird, kommt später niemand um eine Neujustierung seines inneren Kompasses herum. Und dabei wollen und müssen wir helfend zur Seite stehen.

Welche Rolle spielt der christliche Glaube in der Kaserne?

Der gelebte christliche Glaube kann ein Deutungshorizont sein. Er beantwortet die Fragen nach dem Woher und Wohin. Er gibt dem Leben Sinn. Das ist für die, die es leben, mehr als ein Etikett, sondern wirkliche Lebenshilfe.

Sind Menschen in extremen, ja in krisenbehafteten Situationen offener für spirituelle Erfahrungen?

Wir erleben gegenüber uns Seelsorgern jedenfalls eine große Offenheit für den Glauben und die Fragen, die sich daran anschließen.

Die da wären?

Verarbeitung von Angst. Die Frage nach Liebe und Zuneigung …

Dieser Kern tritt aber nicht nach außen …

Nein, der gehört auch nicht in die Öffentlichkeit. Aber wenn diese Männer ihre bis zu 50 kg schwere Ausrüstung ablegen, dann entdecken Sie hinter diesem klassischen männlichen Kriegerideal ganz sensible und feine Charaktere.

In den normalen Sonntagsgottesdiensten sitzen in der Mehrzahl Frauen. In denen von ihnen zelebrierten Messen sitzen mehrheitlich Männer. Feiern, glauben und singen Männer anders?

(lacht) Glaube ist zum einen das Geschenk Gottes an uns und zum anderen eine Entscheidung, die jeder für sich persönlich treffen kann. Da Gott uns als Mann und Frau geschaffen hat, gibt es auch deshalb natürlich unterschiedliche Erscheinungsformen des Glaubens. Meine Beobachtung ist die: In den letzten Jahrzehnten wurden in der katholischen und der evangelischen Kirche mehr die „weicheren“ Faktoren betont. Kante zeigen und leben war nicht so sehr gefragt. In diesem Sinne ist uns die männliche Seite des Glaubens etwas verlorengegangen. Hier sollten wir uns weiterentwickeln.

In welche Richtung sollte sich Kirche entwickeln?

Militärseelsorge ist von ihrem Ursprung her eine Männerbastion. Männer wollen sehen und erleben, was der Glaube praktisch bedeutet.

Sind Ihrer Erfahrung nach Männer verschlossener gegenüber dem Evangelium als Frauen?

Nein! Ich erlebe sie genauso offen wie Frauen, nur eben abwartender und mit dem Hang zur Praxis. Männer wollen keinen Stuhlkreis, sondern suchen und brauchen die handfeste Erfahrung.

Ein Erlebnis, welches Sie in den letzten Wochen ermutigt hat, war … 

... ein Friedensgottesdienst mit Soldaten in Berlin. Bei der Zusammenkunft nach dem Gottesdienst ergaben sich ehrliche und nachdenkliche Gespräche. Ich erlebte sehr viele aufmerksame und für Gott aufgeschlossene Männer.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Rüdiger Jope, Chefredakteur des Männermagazins MOVO. Die Zeitschrift erscheint im Bundes-Verlag Witten und ist zu beziehen unter www.MOVO.net




Vortrag: "Religion und Gewalt" im Amberger Congress Centrum

Amberg, 01.07.2015. Vor 150 Offizieren und Unteroffizieren hielt Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck einen Vortrag zum Thema "Religion und Gewalt" im Amberger Congress Centrum.

Vortrag als PDF (8 Seiten, 30 KB)

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